Ein Monitor im Operationssaal oder auf der Intensivstation ist kein gewöhnliches Display. Er muss aggressiven Desinfektionsmitteln standhalten, darf keine Nischen für Keime bieten und muss unter extrem heller Beleuchtung (OP-Leuchten) perfekt ablesbar sein.
Herkömmliche Monitore mit Kunststoffrahmen ("Bezel") und Luftspalt scheitern oft an diesen Anforderungen. Die Lösung der Medizintechnik heißt Optical Bonding.
Das Hygiene-Problem: Die "Schmutzkante"
Bei Standard-Displays liegt das Panel tiefer als der Rahmen. In diesem Spalt sammeln sich Bakterien, Blut und Flüssigkeiten, die bei der Wischdesinfektion nur schwer entfernt werden können.
Die Lösung: Edge-to-Edge Design.
Durch Optical Bonding verkleben wir das Deckglas vollflächig mit dem Display. Das ermöglicht eine komplett plane Glasfront ohne Rahmen ("Flush Surface"). Diese Fläche lässt sich mit einem Wisch sterilisieren ("Wipe-Down"). Da das Bonding-Material den Raum füllt, können keine Reinigungsmittel ins Innere des Geräts eindringen.
Das optische Problem: Der "Blindflug"
OP-Leuchten erzeugen bis zu 100.000 Lux. Trifft dieses Licht auf ein Display mit Luftspalt, kommt es zu massiven Reflexionen. Kontraste verschwinden, Röntgenbilder wirken grau.
Für minimal-invasive Chirurgie oder radiologische Befundung sind echte Schwarzwerte essenziell. Optical Bonding eliminiert die Lichtbrechung an den internen Grenzflächen und erhöht den Kontrast um bis zu 400%.
Zusammenfassung: Vorteile für die Klinik
| Anforderung | Standard Display | Optical Bonding |
|---|---|---|
| Hygiene | Keimfallen am Rahmen | Fugenlose Glasfront (Steril) |
| Reinigung | Gefahr von Flüssigkeitseintritt | Dicht gegen Alkohol/Chlor |
| Sichtbarkeit | Reflexionen durch OP-Licht | Perfekter Kontrast (Deep Black) |
| Sicherheit | Glas kann splittern | Splitterschutz (Verbundglas) |
Fazit
In der Medizintechnik rettet Qualität Leben. Optical Bonding ist der Schlüssel zu hygienischen, langlebigen und brillanten Displays, die den hohen Standards moderner Kliniken gerecht werden.